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Reinhardsbrunn
ist der erste Landschaftspark romantischer Prägung in Thüringen. 1826
waren die Herzogtümer von Gotha und Coburg durch Personalunion vereinigt
worden. Ein neues Lustschloß mit dazugehörigem Park war nun erforderlich.
Für
die Gartengestaltung beauftragte der neue Herzog Ernst der I. den jungen
Eulefeld 1827, der nun als herzoglicher Obergärtner und Leiter der Gothaer
Orangerie fungierte. Die Anregungen zur Gestaltung eines englischen Parkes erhielt
er in Englandaufenthalten, insbesondere in Belgien. Das zur Verfügung stehende
Areal, die ab Mitte des 18. Jahrhunderts bereits nicht mehr ausschließlich zur
Gewinnung von Obst und Gemüse genutzten Gartenanlagen wiesen nun schon
teilweise Parkcharakter auf. Bereits 1780/81 erfolgten erste Erdarbeiten und
Bepflanzungen. Um 1790 waren die Gartenteile innerhalb der Kloster-mauern als
Innenpark, die ca. 1-1,5 km außerhalb liegenden Flächen, einschließlich der
Teiche und des Gasthofes (heutiges Parkhotel) als Außenpark ausgewiesen. 1827
begann Eulefeld mit den Arbeiten zur Ausgestaltung eines Landschaftsparkes.
Die Fahrstraße nach Schnepfenthal wurde nach außen verlegt, Teile des
ehemaligen Amtes abgerissen. 1835 die Klostermühle (Kinderheim) anderen Ortes
neu aufgebaut. Gewächshäuser entstanden und die bereits bestehende Baumschule
erweitert. Pflanzungen im Innenpark fanden zunächst 1834 ihren Abschluß. Danach
widmete er sich im Besonderen der Gestaltung des Außenparkes. Mitte des 19.
Jahrhunderts entstanden Klostergarten mit dem Jägerbrunnen und 1905 zum
Abschluß der Japanische Garten, als Modeerscheinung der Zeit. Lassen
wir den bedeutendsten Gartenschöpfer des vorigen Jahrhunderts Fürst Hermann von
Pückler - Muskau, der in seinen Thüringenaufenthalten auch Reinhardsbrunn besuchte,
zu Worte kommen: ,,Reinhardsbrunn ist ohne Zweifel als Werk der Kunst und
Natur zusammengenommen, jetzt die schönste Anlage und einer der sehenswertesten
Punkte im Thüringer Wald." Pückler
fand hier was er für Wilhelmsthal vorgeschlagen: ,,einige
verfallene Klosterüberreste" benutzt, um ein geräumiges Lustschloß in
Form einer Abtei zu erbauen, das an einem künstlichen See, in einem von
bewaldeten Bergen eingefaßten
Wiesental liegt." Ein recht gut gehaltener, doch meiner Meinung nach nicht
bestimmt genug abgegrenzter pleasure-ground umgibt das Schloß, uralte Linden
von der größten Schönheit, noch aus der Zeit der Mönche, sind anmutig darauf
verteilt, auch in neuerer Zeit noch andere große Bäume dahin versetzt
worden." Trotz
einiger Kritiken schrieb er: .... aber das Ganze ist und bleibt überall von
reizender Wirkung, ,,voll Abwechslung und Poesie ... Den
Schloßhof findet er sehr ansprechend hinsichtlich der Menge blühender
Schlingpflanzen. ,,Sehr gut schließt sich hierzu auch der gleich daran
grenzende, graziöse kleine Klostergarten an, ein wahres Schmuckkästchen von
Statuen, Vasen, zierlichen Gängen und Blumenbeeten, mit einer Fontäne in der
Mitte...". Pückler
war überrascht, daß der Park auch für Fremde ,,zu jeder Stunde" offen war. Eulefelds Gestaltung ließ das
Schloß, eingebettet in die kunstvoll geschaffene Reinhardsbrunner Landschaft,
nach außen wirken. Seine Auswahl von durch Farbe und Form sich ständig
variierende Gehölze, die Akzentuierung der auf Hügel gepflanzten Linden der
Klosterzeit, ließen ständig dem Beschauer ein wechselndes Bild vor Augen
führen. Geführt durch ein bedachtes Wegesystem, großzügiger Promenadenwege,
war der Blick frei, um Kunst und Natur im Wechsel der Jahreszeiten zu genießen.
Fortsetzung
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